Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Nie wie vorin auf dem Klavier in eigenen Phantasien

Feierabendkonzert im Oberhafen

Feierabendkonzert 21. 10. 2015

Sein Klavierwerk ist das Neue Testament aller Pianisten. Franck-Thomas Link spielt und erklärt Beethovens Sonate op. 10 Nr. 3.

In dieser frühen Sonate Beethovens scheint bereits der ganze Kosmos des beethovenschen Schaffens auf, der sich ohne Kenntnis pianistischer Details kaum ausreichend verstehen lässt.

Franck-Thomas Link gibt Einblick in seine Auseinandersetzung mit Beethoven.

Mehr zur Reihe: Feierabendkonzert im Oberhafen



Vorverkauf 8 € / Abendkasse 10 € / kammerkunstmitglieder frei

Gastronomie und Abendkasse 17 h, Konzert 18 h, Lounge 19 h

Ticketbestellung mit Sitzplatzwahl über tickets@feierabendkonzert.de und Telefon 040 / 66 97 62 55 17


Halle 424, Stockmeyerstraße 43, Tor 24, 20457 Hamburg


Ludwig van Beethoven,
Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3

Presto
Largo e mesto
Menuetto: Allegro - Trio - Allegro
Rondo: Allegro


Die Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3 gehört zu den frühen Sonaten Beethovens und entstand im Jahre 1798. Der erste Satz „Presto“ ist der klanglich und technisch reichste Sonatenhauptsatz, den Beethoven bis dahin geschrieben hatte. Er zeichnet sich durch eine, wie es Reclams Klaviermusik-Führer beschreibt, „wirbelnde Fülle kontrastierender Gestalten und Stimmungen“ aus. Gleichwohl ist dieser Satz mit sehr sparsamen Mitteln konzipiert. Beide Hauptthemen sind aus sehr ähnlichem Material komponiert. Der stürmische Charakter des Satzes, der eigentlich bereits in der Exposition etabliert zu sein scheint, wird in der Durchführung noch weiter getrieben, indem Beethoven sofort die eigentliche Tonart verlässt und nach B-Dur ausbricht. Es wirkt, als hätte sich Beethoven in großer Hast lediglich die Zeit genommen, den Kopf des ersten Hauptthemas mitzunehmen, denn nur der wird in der Durchführung eine Rolle spielen. Das restliche thematische Material taucht erst in der Reprise wieder auf. Über den zweiten Satz „Largo e mesto“ ist es schwer zu schreiben, so eindeutig ist er in seiner musikalischen Komposition. Wie die Vortragsbezeichnung „mesto“ (ital. „traurig“) bereits mitteilt, gilt dieser Satz als einer der finstersten und tragischsten Sätze in Beethovens Klaviermusik. Er habe den Seelenzustand eines Melancholikers schildern wollen, hat Beethoven einmal seinem Schüler Schindler erklärt. Die Schlichtheit und Einfachheit des dritten Satzes, dem Menuett, scheint die tiefe Trauer, von der vorher die Rede war, zu trösten und zu transformieren. Das führt uns direkt in den Finalsatz „Rondo“, der im Gegensatz zum tragischen Zentrum des Werkes äußerst fröhlich und und voller Esprit und Einfallsreichtum diese herrliche Klaviersonate zu Ende führt.

Franck-Thomas Link