Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

299. Lunchkonzert in der Handelskammer Hamburg

Lieder von Engelbert Humperdinck und George Crumb

George Crumb und Engelbert Humperdinck

Engelbert Humperdinck, Weihnachtslieder
George Crumb, Three Early Songs



Der Eintritt ist frei.


Börsensaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, U Bahn Rathaus


Tagesprogramm als PDF


Humperdinck Engelbert,
Weihnachtslieder

Weihnachten (Adelheid Wette)
Der Stern von Bethlehem (Hedwig Humperdinck)
An das Christkind (Hella Karstein)
Das Licht der Welt (Otto Jakobi)
Die Engel singen (Gustav Falke)
Gesang der heiligen drei Könige (Gustav Falke)
Christkindleins Wiegenlied (aus „Des Knaben Wunderhorn, 17. Jahrhundert)
Weihnachtsfreude (Richard Dehmel)
Altdeutsches Weihnachtslied (Melodie von Humperdinck, Text von 1550)

George Crumb,
Three Early Songs, 1947

Night
Let it be forgotten
Wind Elegy


Erst seit 2002 ist die Gesamtausgabe aller Lieder Engelbert Humperdincks in fünf Bänden erhältlich, die Weihnachtslieder stellen den vierten Band dieser Ausgabe dar. Auch in den Weihnachtsliedern ist Humperdincks Nähe zu Richard Wagner deutlich zu hören. Vielleicht begründet sich die Tatsache, dass die Musikwelt erst so spät das faszinierende Liedwerk Humperdincks zu entdecken beginnt, darin, dass Humperdinck selbst seine Lieder nicht offiziell veröffentlichte. „Die Liedkompositionen [meines Vaters]“, so schrieb sein Sohn Wolfram, „sind fast ausschließlich aus besonderer Veranlassung entstanden. Entweder schuf er sie aus Gefälligkeit und verschenkte die Manuskripte (daher die vielen verschollenen), oder sie entstanden im Dienst einer guten Sache. Andere schrieb er im Auftrag von Zeitschriften, Almanachen und für festliche Veranstaltungen.“


Die „Frühen Lieder“ des jungen George Crumb sind seiner späteren Ehefrau Elizabeth gewidmet, die sie auch, gemeinsam mit dem Komponisten, am Mason College of Music, Charleston, USA, uraufführte. Die drei Lieder entstammen aus einer Sammlung von sieben Liedern. Crumb hat mit der Bemerkung, diese drei seien „darunter wahrscheinlich die besten“, die vier anderen Lieder nicht weitergegeben. Lange Jahre war das Manuskript verschollen, bis es Elizabeth Crumb später wiederfand und George Crump es nochmal überarbeitetete.

Greorge Crumb schrieb über diese Lieder: „An Jugendsünden erinnert man sich oft mit Gefühlen von Peinlichkeit oder Nostalgie oder beidem. Die meiste Musik, die ich vor den frühen 60er-Jahren geschrieben habe (als ich endlich meine eigene Stimme gefunden hatte), bereitet mit heute großes Unbehagen. Allerdings gibt es eine Ausnahme, ein paar Lieder, die ich komponierte, als ich 17 oder 18 Jahre alt war. Schon möglich, dass ich einfach unkritisch und nachsichtig gegenüber diesen frühen Bemühungen bin - den Liedern fehlt es sicherlich an techischer Raffinesse und an Originalität (vielleicht würde eine strenge Analyse auch unentwickelte „verborgene Fingerabdrücke“ aufdecken.

In jedem Fall waren mir diese kleinen Stücke im Gedächtnis geblieben, und als vor ein paar Jahren Janice DeGaetani (amerikanische Mezzosopranistin, 1933-1989) ihr Interesse ausdrückte die Lieder kennenzulernen mit der Absicht sie im Konzert zu singen, wenn sie ihr gefallen würden, machte ich an den Liedern ein paar kleine Revisionen und entschied mich, sie zu veröffentlichen.

Janice und Gil Kalish (Pianist) haben die Lieder dann bei mehreren Gelegenheit öffentlich musiziert. Ich erinnere mich, dass meine damals zukünftige Frau, Elizabeth Brown, die erste war, die die Lieder gelesen hat, ich habe sie ihr gewidmet. Es war so, als schließe sich ein Kreis, als unsere Tochter dann später engagiert wurde, um diese Lieder für das Lable „Bridge Records“ aufzunehmen.“


Night (Robert Southey)

How beautifull is night!
A dewy freshness fills the silent air;
No mist obsures, nor cloud, nor speck, nor stain
Breaks the serene of heaven:
In full orb'd glory yonder Moon divine
Rolls through the dark blue depths.
Beneath her steady ray
The desert-circle spreads,
Like the round ocean, girdled with the sky.
How beautifull is night!


Let it be forgotten (Sara Teasdale)

Let it be forgotten, as a flower is forgotten,
Forgotten as a fire that once was singing gold,
Let it be forgotten for ever and ever,
Time as a kind friend, he will make us old.


If anyone asks, say it was forgotten
Long and long ago
As a flower, as a fire, as a hushed footfall
In a long forgotten snow.


Wind Elegy (Sara Teasdale)

Only the wind knows he is gone,
Only the wind grieves,
The sun shines, the fields are sown,
Sparrows mate in the eaves;

But I heard the wind in teh pines he planted
And the hemlocks overhead,
„His acres wake, for the years turns,
But he is asleep,“ he said.


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