Hamburger Kammerkunstverein

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Feierabendkonzert im Oberhafen

Ein junger Komponist will alles. Sein Lehrer Haydn warnt: Zu wild! Beethoven lächelt. Und zündet sein erstes Meisterwerk.

Sein Klaviertrio c-moll op. 1 Nr. 3 wird in diesem Konzert umrahmt von Werken von Mozart und Mendelssohn.



Tickets: 18 € im Online-Vorverkauf, 23 € an der Abendkasse, Mitglieder: 9 €


Halle 424, Stockmeyerstraße 43, Tor 24, 20457 Hamburg


Halle 424


Ludwig van Beethoven,
Klaviertrio c-moll op. 1 Nr. 3

Allegro con brio
Andante cantabile con Variazioni
Menuetto. Quasi allegro
Finale. Prestissimo

Wolfgang Amadeus Mozart,
Sonate für Klavier und Violine e-moll KV 304 (1778)

Allegro
Tempo di Minuetto

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Lied ohne Worte op. 109 (MWV Q 34) für Violoncello und Klavier


Wien, 1795. Der 24-jährige Beethoven eröffnet offiziell seine Werkliste — und tut es mit einer Provokation. Nicht mit einer freundlichen Sonatine oder einem höflichen Divertimento: mit drei Klaviertrios, die er „Opus 1“ nennt, wie eine Visitenkarte. Das dritte, in c-moll, ist das kühnste.

Bei der ersten Hörprobe im Salon des Fürsten Lichnowsky war auch Joseph Haydn zugegen, gerade von seinem zweiten Londoner Triumphzug zurückgekehrt. Er lobte alle drei Trios, riet aber dringend, das dritte nicht zu drucken: das Publikum werde es nicht verstehen. Beethoven hielt es für sein bestes Stück und deutete Haydns Warnung als Neid. Gedruckt wurde es trotzdem — und verkaufte sich glänzend.

Was hatte Haydn beunruhigt? Vier Sätze statt der üblichen drei. Ein Finale in Sonatenform statt eines harmlosen Rondos. Und die Tonart c-moll: dunkel, unruhig, mit einem Pianissimo-Unisono, das sich wie ein Rätsel stellt, bevor der erste Satz überhaupt beginnt. Dieselbe Tonart, in der Beethoven zwanzig Jahre später die Fünfte Sinfonie schreiben wird. Das Trio endet merkwürdig: ein langer, erschöpfter Schleichweg von c-moll nach C-Dur, der sich nicht wie Erlösung anfühlt, sondern wie Verstummen.


Paris, Sommer 1778. Mozart ist 22, allein in einer Stadt, die ihn nicht haben will, und hat gerade seine Mutter begraben.

In diesem Sommer schrieb Mozart die Sonate KV 304. Es ist seine einzige Violinsonate in Moll. Zwei Sätze, kein langsamer Mittelteil, kein dramatischer Ausbruch. Klavier und Violine beginnen das erste Thema im Pianissimo-Unisono, als flüsterten sie. Im zweiten Satz — einem Tempo di Minuetto, das nicht zum Tanzen einlädt — öffnet sich für einen kurzen Mittelteil ein lichtes E-Dur mit der Vortragsbezeichnung dolce: leise, zart, fast tröstlich. Dann schließt sich die Mollwelt wieder.

Alfred Einstein hat diese Sonate einmal ein „Wunder unter Mozarts Werken“ genannt. Wenig Noten, viel Stille.


Im Oktober 1845 spielt eine 17-jährige Französin im Leipziger Gewandhaus, und Felix Mendelssohn — Gewandhauskapellmeister, berühmtester Komponist des deutschen Bürgertums — ist so aufgewühlt, dass er hinterher zum Stift greift. Nicht für eine Sonate, nicht für ein großes Werk. Für ein Albumblatt. Vier Minuten Musik, die er der jungen Cellistin widmet: Romance sans paroles, dédiée à Mlle. Lise Cristiani.

Lise Cristiani war das Wunderkind einer Epoche, die Wunderkinder liebte — aber keine weiblichen Cellisten. Das Cello galt als unschickliche Wahl für eine Frau, die Spielhaltung als unangemessen. Cristiani spielte trotzdem. Mit 17 gab sie ihr Debüt in Paris, mit 18 tourte sie durch Europa, wurde in Hamburg gefeiert, in Wien bewundert, vom dänischen König zur Kammervirtuosin ernannt. Und wenige Jahre später, als hätte sie alle bürgerlichen Grenzen hinter sich gelassen, reiste sie mit ihrem Stradivari-Cello durch Russland bis nach Sibirien — als erste Europäerin, die in den entlegensten Städten Nordasiens öffentlich konzertierte, das Instrument im wolfspelzgefütterten Metallkoffer auf Rentier- und Hundeschlitten transportiert. Leo Tolstoi hörte sie 1853 im Kaukasus. Wenige Wochen später starb sie mit 26 Jahren an Cholera.

Die Form des Stückes ist schlicht: eine D-Dur-Kantilene, die das Cello wie eine menschliche Stimme über sanft gebrochenen Klavierakkorden singt, ein leidenschaftlicher d-moll-Mittelteil, der aufbegehrt und wieder zur Ruhe findet, eine Rückkehr nach D-Dur, die nichts erzwingt. Das Cello durchmisst dabei fast seinen gesamten Tonraum — von der tiefsten Saite bis in die höchste Daumenlage.



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