Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Clemens Garbe

Clemens Garbe

Bereits im Alter von 4 Jahren erhält Clemens erstmals keinen Klavierunterricht. Er hat Wichtigeres zu tun. Sprechen lernen zum Beispiel. Später auch Fahrradfahren. Nachdem ihm bereits beides gleichzeitig gelingt, sucht er neue Herausforderungen und beginnt, die Blockflöte seiner Mutter zu erkunden. Doch auch Blockflöten-Partiten von Telemann freihändig auf dem Fahrrad bringen ihm bald keine Befriedigung mehr. Diese Sache mit der Musik muss doch noch mehr zu bieten haben, denkt er sich und beginnt nun doch, sich ein wenig mit dem Klavier vertraut zu machen. Richtig begeistern kann er sich jedoch nicht für das stumpfe Üben von tristen Etüden und legt die Noten beiseite, um sich wieder mit den wichtigeren Dingen des Lebens zu beschäftigen.

Erst im Jugendalter und frei von auf ihn gerichteten musikalischen Erwartungen tastet er sich erneut zum Klavier vor. Diesmal jedoch ohne Etüden, sondern im Selbstunterricht mit populärer und improvisierter Musik, später auch mit Chopin. In dieser Zeit fängt er an, das Singen allmählich für sich zu entdecken. Zunächst im Schulchor, später in weiteren großen Chören, hin und wieder am Klavier und schließlich im privaten Gesangsunterricht.

Doch den größten Spaß hat Clemens mit seiner Stimme, seit er das Ensemble-Singen entdeckt hat. Mit Quintstärke hat er genau das Verhältnis von polyphonen und solistischen Erlebnissen, genau die Mischung von alter und neuer, geistlicher und populärer Musik sowie genau die Menschen gefunden, mit denen es Spaß macht, Musik zu erleben.

All das wäre für ihn jedoch ohne Bedeutung, wenn er weder sprechen noch Fahrrad fahren gelernt hätte. Insofern ist Clemens froh, seine Prioritäten einst richtig gesetzt zu haben.