Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Lunchkonzerte in der Handelskammer Hamburg

Kammermusik für die Mittagspause


Einmal im Monat – donnerstags um 12.30 Uhr – laden der Hamburger Kammerkunstverein und die Handelskammer Hamburg zum Lunchkonzert. Deutschlands älteste Lunchkonzertreihe ist in den Börsenarkaden seit über 10 Jahren zu Hause. Angestellte, Touristen und Klassikliebhaber finden hier Ruhe im Alltags- und Geschäftsleben.

Der Eintritt ist frei.


Die Saison 2017 wird von Steinway & Sons großzügig unterstützt.


Börsensaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, U Bahn Rathaus








„Die Lunchkonzerte sind Besinnung in der Hetze der Woche.“ – aus unserem Gästebuch


Franck-Thomas Link „Wir spielen in einem Stadtteil, wo die Menschen von morgens bis abends unter Hochspannung arbeiten. In der kurzen Mittagspause wird oft so viel geredet wie im Büro. Und abends sind die meisten zu müde, um noch ein Konzert zu hören. Besonders diesen Menschen möchten wir eine kraftspendende Mittagspause bereiten.“ – Franck-Thomas Link, Pianist und künstlerischer Leiter der Reihe


Friedrich Haeberlin „Wer seine Widerstandsfähigkeit gegen Stress und berufliche Überbelastung dauerhaft verbessern will, sollte seinen Alltag immer wieder bewusst unterbrechen. Mit den Lunchkonzerten bietet sich für die Berufstätigen der umliegenden Firmen die einmalige Gelegenheit, in kurzer Zeit wertvolle Entspannung zu finden. Die Idee ist so gut, dass mich wundert, dass noch keiner meiner Kollegen darauf gekommen ist.“ – Prof. Dr. F. Haeberlin, Psychologe, Universität der Bundeswehr, Hamburg


Nikolaus W. Schües „Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Menue kommt aus London, vielleicht liegt es ja an der englischen Küche, das man dort diese Form der Diät als erstes entdeckt hat. Wir wollen nicht leichte Kost bieten, sondern sogenannte schwere Kost gut verdaulich servieren. Die Zutaten hierfür sind die gute Erreichbarkeit, geringer zeitlicher Aufwand, die Verbindung von Essen und Musik und geringe Kosten. Viele Unternehmer und auch Künstler verharren auf ihrer traditionellen Angebotspalette. Die Idee, Kammermusik an ungewöhnlichen Orten aufzuführen und auf diese Weise einem größeren Publikum nahe zu bringen, zeugt dagegen von echtem Unternehmertum. Ich danke allen Sponsoren für die großzügige Unterstützung. Jeden Donnerstag um 12.00 Uhr also künftig High Noon in der Handelskammer!“ – Nikolaus W. Schües, Präses der Handelskammer, zum Eröffnungskonzert am 29. Mai 2000


„Rund 80 Konzerte haben wir seit Beginn unserer Reihe hier in den Arkaden durchgeführt. Unser Dank heute gilt den Sponsoren, ohne deren großzügiges Engagement das kulturelle Leben in unserer Stadt um ein Sahnehäubchen ärmer wäre. Besonders freut mich das einträchtige Miteinander aller Beteiligten ganz im Dienste der Sache. Sie haben einen Ort geschaffen nicht nur für beste Kammermusik, sondern auch einen Ort der Ruhe mit einer ganz eigenen, ich will fast sagen familiären Atmosphäre. Die Konzertreihe ist inzwischen eine Institution im Hamburger Kulturleben geworden, wie zahlreiche Presseartikel, Rundfunk- und Fernsehbeiträge zeigen. Wir können stolz und zufrieden sein. Und wir wollen natürlich im dritten Jahr weiter machen! Wir setzen uns für ein Engagement der Wirtschaft für die Kultur ein, nicht, weil wir die öffentliche Hand entlasten wollen, sondern, weil wir es als vornehme Aufgabe der Wirtschaft empfinden, dem Kulturstandort Hamburg zu der Bedeutung zu verhelfen, die er verdient.“ – Präses Schües beim Sponsorenempfang im Rahmen des Lunchkonzerts am Do, 4. April 2002


Karl-Joachim Dreyer „Jeden Donnerstag um 12 Uhr kommt die Musik in unsere Handelskammer. Seit Juli 2000 bieten wir unseren Besuchern Woche für Woche Entspannung und Unterhaltung für die Mittagspause. Unser Partner, der Hamburger Kammerkunstverein, füllt die künstlerische Leitung kenntnisreich und phantasievoll aus. Dank des Engagements seiner Künstler haben sich die Lunchkonzerte als Hort der Besinnung inmitten der Hektik des Alltags etabliert. Anfänglich ein Geheimtipp, entdecken immer mehr Angestellte aus den umliegenden Unternehmen und Besucher der City diese Form der Mittagspause für sich. Die Lunchkonzerte in unserer Handelskammer stehen beispielhaft für die vielen gelungenen Partnerschaften von Kultur und Wirtschaft in Hamburg. Dank der großzügigen Unterstützung unserer Sponsoren haben wir diese kleine Tradition begründen können, die so gut zu unserer Stadt passt.“ – Präses Dr. Karl-Joachim Dreyer, Präses der Handelskammer, Herbst 2002


„I was delighted to be asked by the Hamburger Kammerkunstverein to return to play concerts at the Stock Exchange. It was a big pleasure to be able to share programmes with two of my colleagues Rosie Staniforth and Satoko Matsumoto, both of whom played superbly. For me, the marvellous objective is to be able to play at such a high level while maintaining the democracy of presenting classical music to an audience consisting of newcomers to such music, as well as an experienced musical public. The intimacy and intensity of concentration achieved in the five half-hour programmes was evident to me and I am grateful for the appreciative comments we received as well as the attention we attracted from NDR 2 and 4 and the press. I am full of admiration for the work of Frank-Thomas Link and Ulrich Bildstein in devoting such enormous hard work over the past three years to produce a series which is certainly unique in the city and extremely rare anywhere else, especially in the United Kingdom. I hope - and I am sure - that the aims and ideals of the Verein and its continued assocation with the Handelskammer will continue to develop and I find the potential both exciting and moving. I congratulate the generosity and cultural awareness demonstrated by the sponsors of the series.“ – Nicholas Ashton, Edinburgh, 9. August 2002


Sponsorenempfang 2004 „Sehr geehrter Herr Glahner, sehr geehrter Herr König, sehr geehrter Herr Wehmeier, sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Handelskammer und der Kammerkunstverein haben das heutige 181. Lunchkonzert zum Anlass genommen, unseren Sponsoren sehr herzlich für ihr Engagement zu danken. In der derzeitigen 4. Saison unterstützen uns die Berenberg Bank, GlaxoSmithKline, die HSH Nordbank, die Rotary Clubs Hamburg Deichtor und Hamburg Steintor und Steinway u. Sons. Sie wissen alle: Ohne unsere Sponsoren wäre diese Reihe nicht möglich.
Seit Beginn der Lunchkonzerte haben uns bereits 11 verschiedene Sponsoren unterstützt. Einige unserer aktuellen Sponsoren sind seit der ersten Saison dabei, andere sind in der vierten Saison hinzugekommen. Beides finden wir bemerkenswert: Unsere langjährigen Partner bezeugen die Qualität und Solidität der Reihe, unsere neuen Partner stehen für die Begeisterungsfähigkeit der immer noch jungen Idee der Lunchkonzerte mitten in Herzen der Stadt.

An einem Tag wie heute ziehen Menschen aus der Wirtschaft für gewöhnlich Bilanz. Für unsere Reihe würde sich das so anhören: Seit Bestehen der Lunchkonzerte haben rund 14.000 Menschen 180 Konzerte besucht. In der aktuellen, vierten Saison haben Sie über 40 Künstler aus 10 Nationen Werke von mehr als 50 Komponisten aus 6 Jahrhunderten spielen hören. Sie müssen zugeben, meine Damen und Herren, auch so klingen unsere Lunchkonzerte eindrucksvoll. Und natürlich hoffen wir, dass wir dieses imposante Zahlenwerk auch noch steigern können.

Aber die meisten von Ihnen wissen, dass diese Zahlen nur unzureichend die konzentrierte und zugleich entspannende Atmosphäre beschreiben, die wir hier jeden Donnerstag erleben können. Wenn wir heute hier Miriam Götting und Franck Thomas Link mit der Brahms-Sonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 hören oder am nächsten Donnerstag das Erzherzog-Trio von Beethoven, dann spielen diese Zahlen keine Rolle.

Und damit beende ich meinen Dank an unsere Unterstützer in der Hoffnung, in den kommenden Jahren noch häufiger meinen Dank an Sie richten zu dürfen.

Und natürlich soll auch heute die Musik das letzte Wort behalten.“ – Jörn Schüßler, Unternehmerische Kulturförderung, Handelskammer Hamburg, Sponsorenempfang, 1. April 2004


Dr. Jens Peter Breitengroß, Vizepräses der Handelskammer Hamburg „Sehr geehrte Frau Senatorin, sehr geehrte Damen und Herren,

das 200. Lunchkonzert in der Handelskammer Hamburg ist ein wunderbarer Anlass, um zurückzublicken und sich bewusst zu machen, was wir, der Hamburger Kammerkunstverein und unsere Handelskammer, mit dieser Konzertreihe geschafft und geschaffen haben. Über 60 Musiker aus ganz Europa, China, Japan, den USA und Südamerika sind hier in den Börsenarkaden aufgetreten. Sie boten einen Querschnitt durch das gesamte Kammermusikschaffen, vom Streichquartett bis zur Hornsonate, von Telemann bis zu Kenneth Dempster, dessen „Chaconne für drei Pianisten“ in einem Lunchkonzert uraufgeführt wurde. Insgesamt hatten wir etwa 20.000 Besucher zu Gast. Über 100 sind es mittlerweile jeden Donnerstag, und die Zahl der Fans steigt weiter. Als wir die Lunchkonzerte vor vier Jahren ins Leben riefen, war das Konzept - zumindest in Deutschland - revolutionär: Konzerte, die sich nach dem Terminkalender des Publikums richten, die zur Mittagszeit stattfinden und gerade einmal eine halbe Stunde dauern; keine Platzkarten, kein Eintritt, kein Zwang zur Pünktlichkeit; Sogar belegte Brötchen und Kaffee sind erlaubt, das gab es sonst wirklich nirgends. Mittlerweile präsentiert eine ganze Reihe von Veranstaltern Konzerte zur Mittags- oder Feierabendzeit. Man hat die Geschäftsleute und Angestellten als Zielgruppe entdeckt. Auch die Innenstadt belebt sich mit Musik an immer mehr ungewöhnlichen Orten: Gespielt wird in Kantinen, Geschäftsräumen, Museen oder einfach unter freiem Himmel. Wir freuen uns, dass wir mit den Lunchkonzerten ein Erfolgsmodell auf den Weg gebracht haben, das heute zahlreiche Nachahmer gefunden hat. Die Lunchkonzerte selbst sind auch nach 200 Veranstaltungen weiter auf Erfolgskurs. Mit den Colonnadenkonzerten zum Feierabend haben wir in diesem Sommer erstmals eine erfolgreiche Seitenreihe geschaffen. Anfragen nach Kooperationen, nach einer „Reihe in der Reihe“, nach weiteren Konzerten in und außerhalb der Handelskammer und nicht zuletzt die Aufnahme in die „Kammermusikoffensive“ der Kulturbehörde beweisen uns, dass die Lunchkonzerte im Musikleben der Stadt etabliert sind. Ihren Erfolg verdanken die Lunchkonzerte vor allem zwei Faktoren: Zum einen dem enormen persönlichen Engagement der Musiker, der Mitglieder des Hamburger Kammerkunstvereins sowie der Mitarbeiter unserer Handelskammer. Zum anderen sind es die Sponsoren, die diese Konzertreihe erst ermöglichen. Von Anfang an finanzierten sich die Lunchkonzerte über Sponsorengelder. Damit sind sie ein hervorragendes Beispiel für die erfolgreiche Partnerschaft von Kultur und Wirtschaft, wofür sich unsere Handelskammer mit ihrer Initiative zur unternehmerischen Kulturförderung seit Jahren einsetzt. Unser Dank gilt heute insbesondere den Sponsoren der aktuellen, vierten Saison: der Berenberg Bank, der HSH Nordbank, GlaxoSmithKline, Steinway u. Sons und den beiden Rotary Clubs Hamburg-Steintor und Hamburg-Deichtor. Viele von ihnen halten unseren Lunchkonzerten bereits seit mehreren Jahren die Treue, und für dieses Engagement bedanken wir uns sehr herzlich. Aber auch den Sponsoren vergangener Jahre sei angesichts des runden Jubiläums noch einmal gedankt: Der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Hamburger Feuerkasse, dem International Bankers Forum und der Zeit-Stiftung. Und natürlich darf der Ratsweinkeller in dieser Reihe nicht fehlen, der die Konzerte in Naturalien, d.h. mit Freigetränken unterstützt. Sie alle, Sponsoren und Unterstützer, haben zum Erhalt unserer Konzertreihe beigetragen. Für vier Jahre Lunchkonzerte herzlichen Dank. Wir können nur hoffen, dass Ihr Engagement auch in der nächsten Saison Nachahmer findet, denn noch ist die Finanzierung unserer fünften Saison nicht gesichert. Wenn sich also Damen und Herren unter Ihnen befinden, die sich für unsere wunderbaren Lunchkonzerte engagieren wollen - wir freuen uns über neue und auch über wieder einsteigende Sponsoren! 200 Lunchkonzerte in unserer Handelskammer. Das ist für uns ein Grund zur Freude, ein Grund, auf das Erreichte stolz zu sein, aber vor allem ein Grund weiterzumachen. Wir, unsere Handelskammer und der Hamburger Kammerkunstverein, wollen mit Ihnen, meine Damen und Herren, noch viele weitere Jubiläen feiern. Bleiben Sie uns also treu!“ – Dr. Jens Peter Breitengroß, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, zum 200. Lunchkonzert am 26. August 2004


[Impressionen vom 200. Lunchkonzert] „Sehr geehrter Herr Dr. Breitengroß, sehr geehrter Herr Bildstein, sehr geehrter Herr Link, sehr geehrte Damen und Herren,

als ich ungefähr zwölf Jahre alt war, da nahmen mich meine Eltern in Hannover zum ersten Mal mit in ein Kammerkonzert. Ich fand es damals sehr aufregend - allein der Umstand, dass ich Abends so lange aufbleiben durfte; und dann natürlich die wunderbare Atmosphäre während des Konzerts. Es gab damals bereits diese sandwich-artigen Konzertreihen: Zu Anfang und zu Ende klassische Musik, in der Mitte eine zeitgenössische Komposition. Nur eines gab es nicht: ein Lunch. Ich habe die freundliche Einladung zur heutigen Jubiläumsveranstaltung jedoch nicht nur deswegen sehr gerne angenommen. Die Idee eines Lunchkonzertes finde ich großartig: Es gibt Lieder von Brahms, gesungen von Frau Schimkat und Herrn Komatsu, am Klavier begleitet von Thomas Link, dem künstlerischen Leiter des Kammermusikvereins. Herzlichen Dank an Sie, dafür. Die Idee zum dem ungewöhnlichen Menue stammt, wie ich las, aus London. Das Motiv des damaligen Präses der Handelskammer, Herrn Schues (Zitat): „Wir wollen nicht leichte Kost bieten, sondern so genannte schwere Kost gut verdaulich servieren.“ Und das nicht mit dem Ziel, (Zitat Schues): „Weil die Handelskammer die öffentliche Hand entlasten wollte, sondern weil Sie es als ihre vornehme Aufgabe betrachtet, dem Kulturstandort Hamburg zu der Bedeutung zu verhelfen, die er verdient.“ Ein Satz, den ich als Kultursenatorin der Stadt mit Verve unterstreiche. Die Handelskammer servierte eine gute Idee, die sich durchsetzte, ja, etablierte. Im Laufe der letzten 199 Konzerte - seit Juli 2000 - hat sich ein immer größer werdender Kreis von wahren Lunchkonzert-Fans gebildet. Anfänglich - wie ich las - wurden die Lunchkonzerte gehandelt wie ein Geheimtipp. In der Folge aber entdeckten immer mehr Angestellte aus den umliegenden Unternehmen und Besucher der City die Lunchkonzerte der Handelskammer für sich. Das Musik-Menue ist, lassen Sie es mich so sagen, eine gute Tradition geworden, eine Art Kultur-Institution. Kammermusik und Lunch, dass zahlreiche Publikum honoriert diesen Aspekt. Den Sponsoren dieser Veranstaltung gilt vor allem mein Dank. Wie sie wissen, führt die Kammermusik in Hamburg - unverdientermaßen - eher ein „Orchideen-Dasein“. Das ist bedauerlich, aber änderbar. Möglicherweise auch durch Konzerte dieser besonderen Art. Mir liegt auch das Publikum von Morgen am Herzen. Und das es auch Übermorgen noch Interesse an dieser wunderbaren Musikgattung gibt. Sie werden mir verzeihen, wenn ich jetzt etwas Werbung in eigener Sache mache - aber es passt thematisch einfach so gut. Die Kulturbehörde startet eine Kammermusikoffensive, um der Kammermusik mehr Freunde zu verschaffen. Und an dieser Stelle möchte ich Sie alle herzlich einladen zum Tag der Kammermusik, der am 18. September in der Musikhalle stattfindet und an dem die ganze Vielfalt dieses musikalischen Kosmos entdeckt werden kann. Das Programm liegt hier aus, das hat man mir versprochen. Und das Beste ist: die Veranstaltung ist eintrittsfrei. Daran anschließend präsentieren wir eine Hamburger Kammermusikreihe, an der sich viele Institutionen beteiligen, auch der Hamburger Kammerkunstverein ist mit von der Partie. Und bevor es jetzt mit Musik weitergeht, möchte ich mich sehr herzlich bei all denen bedanken, die die Lunchkonzerte ermöglichen: Mein besonderer Dank für diese wunderschöne Initiative geht an die Handelskammer, den Kammerkunstverein und natürlich an die Sponsoren. Für die nächsten 200 Lunchkonzerte wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg, guten Appetit! Vielen Dank.“   Grußwort der Hamburger Kultursenatorin, Frau Prof. Dr. Karin von Welck, anlässlich des 200. Lunchkonzerts in der Handelskammer


Presseschau

Ohrenschmaus zum Gaumenschmaus

mopo, 2. März 2009

Brahms statt Beefsteak, entspanntes Lauschen statt geschäftiges Mampfen: Die bereits in der Handelskammer etablierten „Lunchkonzerte“ haben nun auch Einzug ins Brahms-Foyer der Laeiszhalle gehalten. An einem Dienstag im Monat servieren hier Musiker der Hamburger Symphoniker Ohrenschmaus zur Mittagspause.

„Es ist einfach eine sehr inspirierende Art, seine Mittagspause zu verbringen“, findet Symphoniker-Intendant Daniel Kühnel, der die neue Reihe gemeinsam mit dem Kammerkunstverein und der Handelskammer ersonnen hat. Seit bald neun Jahren erfreut sich das Rezept im Börsensaal großer Beliebtheit. Dort strömen an einem Donnerstagmittag im Monat bis zu 150 Besucher für eine halbe Stunde zur Kammermusik von Barock bis Moderne.

Dass sich jüngst bei der Premiere im Brahms-Foyer gleich auf Anhieb eine ähnlich große Besucherschar von der Oma bis zum Geschäftsmann einfand, dürfte auch dem Appetizer zu verdanken sein: Bietet doch die Gastronomie neben den Schmankerln für die Ohren vorab auch Kleinigkeiten für den Magen wie Antipasti oder Würstchen mit Kartoffelsalat. Das Angebot sei bewusst klein gehalten, so Kühnel: „Wir wollen einen entspannten Rahmen, im Zentrum steht die Idee einer Oase inmitten des Alltagstrubels.“ (ff)


200. Lunchkonzert im Radio

Radio NDR Kultur, 25. August 2004, 10.30 Uhr

Redaktion: Morgen, am Donnerstag, begeht eine der originellsten Hamburger Konzertreihen ein rundes Jubiläum: Zum 200. Mal schon werden dann die Börsenarkaden zum Konzertsaal umfunktioniert, denn die Hamburger Handelskammer und der Hamburger Kammerkunstverein laden, wie jede Woche, zu ihrem halbstündigen Lunchkonzert. Wie die Idee entstanden ist und was die Zuhörer dort erwartet, das erzählt uns Marcus Stäbler, der auch mit den Veranstaltern gesprochen hat.

Marcus Stäbler: „Dreißig Minuten einfach mal abschalten vom Großstadtgetümmel, ein bißchen zur Ruhe kommen und feine Musik genießen. Die Lunchkonzerte sind eine klingende Oase in der Hamburger City. Jeden Donnerstag um zwölf gibt es in der Handelskammer ein Gratiskonzert zu hören, das nicht nur den Angestellten, sondern auch Touristen und Stadtbummlern die Mittagspause verschönert. Das Konzept stammt ursprünglich aus England und wurde vom Hamburger Kammerkunstverein erfolgreich nach Hamburg importiert. Seit Juni 2000 finden nun jährlich 50 Lunchkonzerte in der Handelskammer statt, die von privaten Sponsoren finanziert werden. Der Etat ist vergleichsweise überschaubar, weil er ausschließlich die Interpretengagen abdecken muß. Rund 30 hochkarätige und erfahrene Musiker umfaßt das Stammpersonal des Hamburger Kammerkunstvereins, viele von ihnen gehören zum Hamburger Ensemble Resonanz. Künstlerischer Leiter der Reihe ist Franck-Thomas Link, der selbst auch häufig als Pianist in Erscheinung tritt:“

Franck-Thomas Link: „Die Kammermusik ist so vielseitig, daß es eigentlich kein Problem ist, Musik zu finden, die dahin paßt. Das Problem ist mehr, das auch wirklich zu produzieren. Konzeptionell gab es da immer einmal Unterreihen, sodaß z.B. einen Monat lang nur Wiener Klaviermusik gespielt wurde, oder dass es monateweise ganz besonders um einen bestimmten Komponisten ging.“

Marcus Stäbler: „Mittlerweile ist die Reihe längst fest etabliert und hat schon ein treues Stammpublikum. Ein ganz wesentlicher Erfolgsgrund ist sicher, dass es hier keine Verpflichtungen gibt. Niemand muss Eintritt bezahlen oder sich in Schale schmeißen. Selbst zu spät kommen ist nicht so schlimm, weil es überhaupt keine Türen gibt. Man darf sich also einfach zwanglos an der Live-Musik erfreuen, und die entfaltet eben ganz von allein ihre magische Wirkung. So sieht es jedenfalls Uli Bildstein, Mitinitiator der Lunchkonzerte:“

Ulrich Bildstein: „Die Musik rettet sich selbst. Die Vielfältigkeit und die vielen Klänge, die es da gibt, die sprechen so für sich, dass man keine Erklärung braucht. Musik hat den vollen Zugang zu den Herzen - immer noch. Sie befreit den Kopf, sie befreit die Seele. Es arbeitet sich hinterher einfach besser weiter.“

Redaktion: Vom Ohr in Herz und Seele der arbeitenden Menschen. Musik in einer besonderen Reihe, die Marcus Stäbler uns vorstellte. Das Jubiläums - Lunchkonzert morgen am 26. August findet ausnahmsweise eine Stunde später als sonst, also um 13.00 Uhr statt. Dann ist Musik von Brahms zu hören mit Silke Schimkat, Alt, und Hidenori Komatsu, Bariton, begleitet von Franck-Thomas Link am Flügel. Der Eintritt ist, wie immer, frei.


Piano kontra Pizza

Preußische Allgemeine Zeitung, 10. April 2004, Silke Osman

Der Hamburger Kammerkunstverein bietet klassische Musik zur Mittagspause

„Also, wer geht mit? In der Mittagspause will ich endlich mal zum neuen Italiener. Der soll phantastische Antipasti haben, gerade richtig für diese Frühlingstage.“ -„Nee, ich geh' lieber zum Türken, der Döner, weißt du, ist einfach himmlisch.“ - „Und du?“ - „Ach, ich weiß nicht, ich werde wohl wieder mein Mitgebrachtes muffeln. Das schmeckt zwar immer gleich, aber da weiß man, was man hat.“ - „Bist du aber langweilig! Und wie ist's mit euch? Kommt ihr mit, allein hab ich keine so rechte Lust ...“ - „Nee, weißt du, wir werden diesmal auf Pizza, Pasta und Döner verzichten. Uns steht der Sinn mehr nach Schubert und Schumann.“ - „Was'n das? Ein neues Lokal, davon habe ich ja noch gar nichts gehört!“ - „Ach, so neu ist das nicht und ein Lokal schon gar nicht. Da mußt du dich schon in die heiligen Hallen der Handelskammer trauen, da wo sonst die großen Geschäfte gemacht werden, wo sonst Börsenkurse und Computer den Alltag bestimmen ...“

Dieses Gespräch in einem Hamburger Büro hat so natürlich nicht stattgefunden, und doch ist es so abwegig nicht, denn der vor fünf Jahren gegründete Hamburger Kammerkunstverein e. V bietet tatsächlich jeden Donnerstag von 12 bis 12.30 Uhr allen Musikfreunden ein besonderes „Schmankerl“: In den sogenannten Lunchkonzerten wird klassische Kammermusik von erfahrenen Musikern dargeboten - und das, ohne Eintritt zu erheben (wenn auch eine kleine Spende immer willkommen ist). Unterstützt werden die engagierten jungen Leute von renommierten Hamburger Firmen. Von wegen „Pfeffersäcke“, die nur den Profit im Auge haben und sich nicht für Kultur interessieren! „Die Lunchkonzerte in unserer Handelskammer stehen beispielhaft für die vielen gelungenen Partnerschaften von Kultur und Wirtschaft in Hamburg“, lobt Karl-Joachim Dreyer, Präses der Handelskammer Hamburg, die Initiative.

Und in der Tat: etwa 100 Freunde der klassischen Musik haben sich auch an diesem Donnerstag zusammengefunden, um zwanglos Silke Schimkat zu lauschen, die in Begleitung von Franck Thomas Link am Klavier Lieder von Hugo Wolf und Richard Strauss singt.

Man sitzt rund um die Säulen, die den blauen Gewölbehimmel des Arkadensaals tragen, auf schnöden Holzbänken. Der eine hat die Augen geschlossen, um sich auf den Gesang zu konzentrieren, ein anderer verfolgt noch einmal im Programm, was eigentlich dargeboten wird. Neue Gäste kommen hinzu, verharren, staunen und suchen sich ebenfalls einen Platz. Andere eilen vorüber, leise, um nicht den Kunstgenuß zu stören. Sie haben es eilig, hat es Neuigkeiten an der Börse gegeben, die entscheiden, ob ein Geschäft platzt oder nicht? Das ist den Kunstfreunden ganz gleich, sie haben sich in eine andere Welt begeben, in eine Welt voller Töne. Der hektische Alltag kann warten. Man ist hier, um neue Kraft zu schöpfen für die Welt da draußen.

Nach 30 Minuten ist alles vorbei. Plötzlich hört man wieder das Brummen der nahen Untergrundbahn, das Brausen des Stadtverkehrs. Die Welt hat einen wieder. Der Pianist klappt sein Notenbuch zusammen, die Gäste applaudieren und die Sängerin verneigt sich, geht hinter eine Stellwand, um dann doch noch einmal vorzukommen und die Zuhörer mit einer Zugabe zu erfreuen. Dann aber ist wirklich Schluß. Eine Dame gibt eine großzügige Spende in den „Topf“ sie war mit mehreren Gästen in das Lunchkonzert gekommen, um ihrem Gebburtstag einen besonderen Auftakt zu geben. Andere falten den Programmzettel sorgfältig zusammen, eine Erinnerung an ein unvergessliches Erlebnis. Viele lassen es sich nicht entgehen, die frei zugänglichen Räume der Handelskammer zu besuchen, wenn man schon mal da ist ...

40 verschiedene Künstler aus Deutschland, Schottland, Frankreich, Holland, Belgien und den sind bisher in den Konzerten aufgetreten, um Werke vom Barock bis zur Moderne darzubieten. Sie schätzen die besondere Atmosphäre, die bei diesen Konzerten herrscht, schätzen den direkten Kontakt zum Publikum. Ihn liegt es am Herzen, neue Schichte sprechen, Menschen, die sonst nicht so leicht nicht in einen Konzert gingen. Mit Erfolg: Die zwanglose Veranstaltung hat mittlerweile viele Freunde gefunden.


Ohrenschmaus zur Mittagspause

Nachrichtenagentur AP, 12. August 2002

„Hamburg (AP) Jeden Donnerstag um 12.00 Uhr sitzt Mirja Schulz auf einer Holzbank im Arkadensaal der Hamburger Börse und beißt in ein Butterbrot. Die 28 Jahre alte Büroangestellte interessiert sich in ihrer Mittagspause aber nicht für Aktienkurse, sondern für Beethoven, Bach und Co. Zusammen mit immer mehr Managern, Kaufleuten und Sekretärinnen genießt sie eine in Deutschland einzigartige Veranstaltungsreihe: „Lunchkonzerte“ nennen sich die 30 Minuten langen Konzerte mit klassischer Musik jeden Donnerstag zur Mittagzeit.

„Diese entspannende Abwechslung gehört fest in meinen Wochenplan“, betont Schulz, während der Musiker im Saal noch seine Noten sortiert. Organisatorin Andrea Lau von der Handelskammer fügt hinzu: „Das kostenlose Angebot hat sich inzwischen gut herumgesprochen, so dass wir rund 120 Besucher wöchentlich begrüßen können.“ Die Konzerte werden von Hamburger Firmen gesponsert, die Idee kommt aus England.

Vater der Hamburger Konzertreihe ist Franck-Thomas Link. Er wollte vor drei Jahren ein größeres Publikum mit klassischer Musik ansprechen und gründete den Hamburger Kammerkunstverein. An einem öffentlichen Ort und auf ungewöhnliche Art wollte er Kammermusik präsentieren. Als den perfekten Aufführungsort entdeckte er den Arkadensaal. Dort, wo die Börse ihren Sitz hat, wollte er sein Lunchkonzert etablieren.

„Ich möchte den Menschen, die von morgens bis abends unter Hochspannung arbeiten, eine kraftspendende Mittagspause bereiten“, sagt Link. Dieser Wunsch scheint in Erüllung gegangen zu sein, denn die meisten Besucher finden bei den Konzerten Abstand vom hektischen Arbeitsleben. „Hier bekomme ich endlich den Kopf frei und kann total gut abschalten“, sagt eine 36-jährige Angestellte der Deutschen Bank. Deshalb komme sie regelmäßig mit zehn Kollegen zum Lunchkonzert.

Mehr als 30 europäische Orchester-Musiker sind inzwischen meist als Solisten zwischen den Börsensälen aufgetreten. „Wir wollen auch die Leute ansprechen, die normalerweise nicht in ein klassisches Konzert gehen,“ erzählt Pianist Nicholas Ashton, der für diesen Sommer die musikalische Leitung übernommen hat und auch oft selbst spielt. Besonders reizt ihn die Nähe zum Publikum: „Anders als in den großen Konzerten sitzen bei den Lunchkonzerten Musiker und Zuhörer sehr nahe zusammen. Daraus ergibt sich eine intime Atmosphäre, die für uns Musiker ungewohnt ist.“

Während der Konzerte läuft der Arbeitsalltag in dem denkmalgeschützten Gebäude ohne Unterbrechung weiter. Gleichmäßig klackert im Nebenraum die Anzeige der Börsenkurse, während an der anderen Seite des Arkadensaals Angestellte der Handelskammer an ihren Computern arbeiten. „Endlich kommt die klassische Musik heraus aus dem feierlichen Korsett der großen Konzertsäle und findet sich im Alltag der Menschen wieder“, beschreibt eine Besucherin die Atmosphäre.

Nach einer halben Stunde ertönt der Schlussakkord und die Musiker entlassen ihr Publikum wieder in die Arbeitswelt. Ein abruptes Ende der musikalischen Verschnaufpause ist ihnen sicher. Denn auch die Mittagspause der Bauarbeiter oberhalb des Arkadensaals endet um 12.30 Uhr.“