Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Schubertiade

Emotionales Portrait eines tiefgründigen Meisters der Kammermusik.


Franz Schubert (1797-1828)

Sonatine für Violine und Klavier a-moll D 385 oder Sonate A-Dur D 574

Sonate für Arpeggione D 821

Notturno für Klaviertrio D 897

Adagio und Rondo F-Dur für Klavierquartett D 487

Pause

Forellenquintett D 667


Franz Schubert wird oft als zu seinen Lebzeiten verkanntes Genie dargestellt, dessen Meisterwerke keine öffentliche Beachtung fanden. Tatsächlich wurden seine Sinfonien erst nach seinem Tode aufgeführt, seine Kammermusik und seine Lieder waren dagegen überregional bekannt, sie wurden gedruckt und hatten viele Liebhaber. Schubert selbst war nicht im dem Maße am Rampenlicht interessiert wie beispielsweise Mozart oder Beethoven. Erst mit dreißig Jahren konnten ihn Freunde zu einem eigenen Konzert überreden. Schuberts Podiumsscheu trug dazu bei, dass er als Bühnenkünstler nur einem engen Freundeskreis bekannt war. Seinen Freunden allerdings spielte Schubert regelmäßig vor, seine Kammermusiksoireen wurden von ihnen "Schubertiaden" genannt. Heute werden weltweit Festivals unter diesem Namen veranstaltet. Der Reiz einer Schubertiade besteht in der Möglichkeit, Schubert als Meister der kleinen Besetzungen kennen zu lernen und tief in seine emotionale Welt eintauchen zu können.

In dieser Schubertiade zeigen die Brahms-Solisten Hamburg einige Schätze aus dem reichhaltigen Kammermusikschaffen Franz Schuberts, das seiner Sinfonik gleichwertig gegenübersteht. Das Konzert wird entweder mit der Sonatine a-moll D385 oder mit der Sonate A-Dur D 574 eröffnet. Seine drei Sonatinen bezeichnete Schubert selbst auch als Sonaten, die verkleinernde Bezeichnung Sonatine stammt von Schuberts Verleger Diabelli, der sich wahrscheinlich auf den Umfang der beiden Schwester-Sonatinen der Sonatine in a-moll berief. Diese selbst ist ein ausgereiftes viersätziges Werk, das auch die Bezeichnung Sonate tragen könnte. Die Sonatinen sind leider nur selten im Konzertsaal zu hören, allerdings sehr beliebt in der Hausmusik und fast jedem geläufig, der einmal Geigenunterricht hatte. Die Alternative zur Sonatine ist die A-Dur Sonate. Sie ist in ihrem Umfang vergleichbar mit der Sonatine in a-moll. Sie ist im Charakter wesentlich lyrischer und eleganter als die teilweise dunkle und dramatische Sonatine. Die Sonate für Arpeggione, ein Streichinstrument, das zu Schuberts Zeiten entwickelt wurde, sich aber nie durchsetzte, wird wahlweise von der Bratsche oder dem Violoncello gespielt. Das "Notturno" für Klaviertrio ist durch seine herrliche, einfache Melodie berühmt und, verglichen mit Schuberts großen Trios, die architektonisch weitausladende Meisterwerke sind, eine Perle, die eher den Charakter eines Liedes trägt. Adagio und Rondo für Klavierquartett ist ein zu unrecht selten zu hörendes Werk. Es zeichnet sich durch einen konzertierenden Klavierpart aus und ist eine wunderbare Spielmusik in kleinem Hausmusikrahmen und für den Konzertsaal. Im zweiten Teil erklingt das berühmte "Forellenquintett", in dem alle Streichinstrumente besetzt sind, auch der Kontrabass. Der umfangreiche Variationssatz über Schuberts eigenes Lied "Die Forelle" gibt dem Quintett seinen Namen.


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