Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Tiefe Töne

Inspiriert durch Brahms besondere Vorliebe für tiefe Töne.


Wolfgang Amadeus Mozart, Kegelstattrio KV 498 für Klarinette, Viola und Klavier

Johannes Brahms, Sonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 für Viola und Klavier

Pause

Johannes Brahms, Sonate f-moll op. 120 Nr. 1 für Klarinette und Klavier

Max Bruch, Stücke für Klarinette, Viola und Klavier op. 83


Im Zentrum des Programms stehen die beiden Klarinettensonaten op. 120 von Johannes Brahms. Sie sind das letzte Werkpaar und die letzte Kammermusik, die Brahms geschrieben hat. Die Klarinettensonaten op. 120 schrieb Brahms inspiriert durch die Begegnung mit Richard Mühlfeld, dem 1. Klarinettisten der Meininger Hofkapelle. Sie gelten durch ihren äußerst dichten und komprimierten Tonsatz neben dem Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier und dem ebenfalls späten Klarinettenquintett als Brahms' schwierigste Kammermusik.

Brahms hatte eine besondere Vorliebe für Instrumente, die im Altregister der menschlichen Stimme angesiedelt sind, wie Klarinette oder Bratsche. Man denke an seine Lieder für Alt, Bratsche und Klavier, die zweite Serenade A-Dur op. 16 (für kleines Orchester ohne Violinen) oder den ersten Satz des "Deutschen Requiems" (ebenfalls ohne Violinen). Mit den Klarinettensonaten hat Brahms eine neue Gattung für die Kammermusik geschaffen, denn abgesehen von kleineren Formen, die vor seiner Zeit, u. a. von Robert Schumann, komponiert worden waren, ist sein op. 120 historisch das erste Sonatenwerk in dieser Besetzung.

Da die Klarinette erst zu Mozarts Lebzeiten Eingang ins Orchester fand, war sie als Soloinstrument außer in Solokonzerten mit Orchester noch nicht ganz so verbreitet. Möglicherweise ist das einer der Gründe, warum Brahms auch eine Alternativfassung für Viola und Klavier herausgegeben hat, um die Verbreitung der beiden Sonaten zu begünstigen. In diesem Programm wird eine der Sonaten op. 120 mit Klarinette und die andere mit Viola gespielt.

Die innere Verbindung dieser beiden Instrumente war allerdings nicht nur Brahms aufgefallen, bereits Mozart hatte sich damit auseinander gesetzt, als er das "Kegelstattrio" für Klarinette, Viola und Klavier komponierte. Inspiriert von diesem Klangbild entstanden auch Max Bruchs Stücke op. 83 für dieselbe Besetzung.