Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

(Un-) Heimliche Liebe

Emotionales Portrait eines tiefgründigen Meisters der Kammermusik.


Clara Schumann, Klaviertrio g-moll op. 17

Robert Schumann, Klavierquartett Es-Dur op. 47

Pause

Johannes Brahms, Klavierquartett g-moll op. 25 oder Klavierquartett A-Dur op. 26


Das Dreiecksverhältnis zwischen Johannes Brahms, Clara Schumann und Robert Schumann wurde vielfach in Büchern und Filmen beschrieben. Der junge Brahms, der sich auf Reisen durch Deutschland bekannt zu machen suchte, wurde dem Ehepaar Schumann empfohlen. Er durfte sie besuchen, um seine Musik vorzuspielen. Beide waren absolut begeistert, Robert veröffentlichte schon bald seinen für Brahms' Karriere äußerst wichtigen Artikel "Neue Bahnen", in dem er Johannes Brahms als einen "Berufenen" bezeichnete, einen, "der uns die Meisterschaft nicht in stufenweiser Entfaltung brächte, sondern, wie Minerva, gleich vollkommen gepanzert aus dem Haupte des Kronion spränge." Aus dem Vorspiel im Hause Schumann wurde ein lang ausgedehnter Aufenthalt und die drei schlossen eine enge Freundschaft. Immer wieder kehrte Brahms in das Haus der Schumanns zurück, auch nach dem Tode Roberts.

Über die Beziehung zwischen Brahms und der seinerzeit weltberühmten Pianistin Clara Schumann wurde viel geforscht und spekuliert. Pikante Details, für die sich die Öffentlichkeit immer wieder ganz besonders interessierte, sind mit keiner historischen Quelle zu belegen, zumal Clara Schumann, die ähnlich bekannt war wie heute ein Popstar, immer sehr darauf achtete, dass in ihren Tagebüchern nur das zu finden war, was die Welt auch wissen sollte. Bekannt ist auch, dass Johannes und Clara viele ihrer Briefe vernichteten. Was keiner historischen Klärung bedarf, ist die Tatsache einer leidenschaftlichen Liebe und Freundschaft zwischen dem Ehepaar Schumann und Johannes Brahms. Als Brahms in Wien die Nachricht erhielt, dass Clara in Frankfurt/M. im Sterben liege, telegrafierte er, er wolle sich beeilen, die Augen noch offen zu sehen, mit denen sich für ihn so vieles schließen werde. Dieser Liebe ist der Abend "(Un-) Heimliche Liebe" gewidmet.

Auf Wunsch kann das Programm um eine Lesung aus dem Briefwechsel der drei Komponisten ergänzt werden.