Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Festkonzert II

Ein farbenreiches Kammerkonzert mit Festcharakter.


Wolfgang Amadeus Mozart, Oboenquartett (Oboe, Vl, Vla, Vcl) KV 370

Robert Schumann, Klavierquartett Es-Dur op. 47

Pause

Olivier Messiaen, thème et variations für Violine und Klavier

Francis Poulenc, Sonate für Oboe und Klavier

Ali N. Askin, Seidenstraße für Bratsche solo

Isang Yun, Ost-West-Miniatur für Oboe und Violoncello

Bohuslav Martinu, Quartett für Oboe, Violine, Violoncello und Klavier


Typisch für die Festkonzert-Programme der Brahms-Solisten Hamburg ist eine farbenreiche Gestaltung des Konzerts, das keinen speziellen thematischen, historischen oder philosophischen Aspekt fokussiert, sondern in erster Linie der Freude an der Kammermusik selbst gewidmet ist. Die Besetzungen wechseln innerhalb eines Festkonzerts, so dass an einem Abend sehr unterschiedliche Klangfarben zu hören sind. Die Programme haben für Zuhörer und Musiker gleichermaßen Festcharakter.

In Quodlibet I spielt die Oboe eine besondere Rolle. Genauer gesagt mehrere Rollen: Sie ist einmal mit Klavier, einmal mit Streichern und einmal mit Streichern und Klavier zu hören. In Schumanns "Phantasiestücken" wechselt der Oboist zur Oboe d'amore. Der Farbenreichtum des Programms entwickelt sich einerseits aus der von Stück zu Stück variierenden Besetzung, andererseits durch die Tatsache, dass die Brahms-Solisten an diesem Abend Kammermusikwerke aus vier Epochen aufführen, von denen jede einzelne eine deutlich eigene Klangsprache spricht.

Die Brahms-Solisten Hamburg spannen in diesem Programm einen Bogen von einer Sonate J. S. Bachs, dessen Urheberschaft musikwissenschaftlich allerdings umstritten ist, zur frühen Moderne. Diese ist durch zwei zeitnahe, in ihrem Stil jedoch völlig unterschiedliche Werke repräsentiert, Anton Weberns atemberaubendes Streichtrio und das Quartett von Bohuslav Martinu.

Während Webern aus der "Neuen Wiener Schule" stammt und gewissermaßen mit den alten Meistern des Programms korrespondiert, steht das Quartett von Martinu in einem ganz anderen musikalischen Umfeld. Sein Quartett ist ein eindrucksvolles Beispiel für die musizierfreudige, tschechische Tradition. Martinu, der zwar in Frankreich studierte und sich intensiv mit dem französischen Impressionismus und dem Neoklassizismus beschäftigte und seine Werke mit Vorliebe in barocken und klassischen Formen komponierte, gab das Kolorit seiner tschechischen Heimat nie ganz auf. Mit seiner Kammermusik wollte er erklärtermaßen "ein wenig von der Bejahung des ruhigen und glücklichen Lebens wiedergeben."


Vergleichen Sie Festkonzert I, Festkonzert III und Festkonzert IV.