Festkonzert I
Ein farbenreiches Kammerkonzert mit Festcharakter.
Johann Sebastian Bach, Sonate g-moll für Oboe und Klavier BWV 1020
Wolfgang Amadeus Mozart, Oboenquartett (Oboe, Vl, Vla, Vcl) KV 370
Anton Webern, Streichtrio op. 20
Robert Schumann, Phantasiestücke op. 73 für Oboe d'amore und Klavier
Pause
Robert Schumann, Klavierquartett Es-Dur op. 47
Bohuslav Martinu, Quartett für Oboe, Violine, Violoncello und Klavier
Anmerkungen
Typisch für die Festkonzert-Programme der Brahms-Solisten Hamburg ist eine farbenreiche Gestaltung des Konzerts, das keinen speziellen thematischen, historischen oder philosophischen Aspekt fokussiert, sondern in erster Linie der Freude an der Kammermusik selbst gewidmet ist. Die Besetzungen wechseln innerhalb eines Quodlibets, so dass an einem Abend sehr unterschiedliche Klangfarben zu hören sind. Die Programme haben für Zuhörer und Musiker gleichermaßen Festcharakter.
Im Festkonzert I spielt die Oboe eine besondere Rolle. Genauer gesagt mehrere Rollen: Sie ist einmal mit Klavier, einmal mit Streichern und einmal mit Streichern und Klavier zu hören. In Schumanns "Phantasiestücken" wechselt der Oboist zur Oboe d'amore. Der Farbenreichtum des Programms entwickelt sich einerseits aus der von Stück zu Stück variierenden Besetzung, andererseits durch die Tatsache, dass die Brahms-Solisten an diesem Abend Kammermusikwerke aus vier Epochen aufführen, von denen jede einzelne eine deutlich eigene Klangsprache spricht.
Die Brahms-Solisten Hamburg spannen in diesem Programm einen Bogen von einer Sonate J. S. Bachs, dessen Urheberschaft musikwissenschaftlich allerdings umstritten ist, zur frühen Moderne. Diese ist durch zwei zeitnahe, in ihrem Stil jedoch völlig unterschiedliche Werke repräsentiert, Anton Weberns atemberaubendes Streichtrio und das Quartett von Bohuslav Martinu.
Während Webern aus der "Neuen Wiener Schule" stammt und gewissermaßen mit den alten Meistern des Programms korrespondiert, steht das Quartett von Martinu in einem ganz anderen musikalischen Umfeld. Sein Quartett ist ein eindrucksvolles Beispiel für die musizierfreudige, tschechische Tradition. Martinu, der zwar in Frankreich studierte und sich intensiv mit dem französischen Impressionismus und dem Neoklassizismus beschäftigte und seine Werke mit Vorliebe in barocken und klassischen Formen komponierte, gab das Kolorit seiner tschechischen Heimat nie ganz auf. Mit seiner Kammermusik wollte er erklärtermaßen "ein wenig von der Bejahung des ruhigen und glücklichen Lebens wiedergeben."
Vergleichen Sie Festkonzert II, Festkonzert III und Festkonzert IV.