Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Eröffnung des Kammermusik- und Klavierworkshops: Konzert des Kursleiters

Eintritt frei, Spenden erwünscht



Akademie Hamburg für Musik und Kultur, Großer Schippsee 36, U Harburg Rathaus


Ludwig van Beethoven,
Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3

Presto
Largo e mesto
Menuetto: Allegro - Trio - Allegro
Rondo: Allegro

Felix Mendelssohn Bartholdy,
Variations sérieuses op. 54 d-moll

Modest Mussorgski,
Bilder einer Ausstellung

Promenade
Gnomus
Promenade
Das alte Schloss
Promenade
Tuillerien
Bydlo
Promenade
Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen
Samuel Goldberg und Schmuyle
Promenade
Der Marktplatz von Limoges
Catakombae: Sepulcrum romanum - Con mortuis in lingua mortua
Die Hütte der Baba Yaga
Das große Tor von Kiew

Modest Mussorgski,
Bilder einer Ausstellung

Promenade
Gnomus
Promenade
Das alte Schloss
Promenade
Tuillerien
Bydlo
Promenade
Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen
Samuel Goldberg und Schmuyle
Promenade
Der Marktplatz von Limoges
Catakombae: Sepulcrum romanum - Con mortuis in lingua mortua
Die Hütte der Baba Yaga
Das große Tor von Kiew


Die Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3 gehört zu den frühen Sonaten Beethovens und entstand im Jahre 1798. Der erste Satz „Presto“ ist der klanglich und technisch reichste Sonatenhauptsatz, den Beethoven bis dahin geschrieben hatte. Er zeichnet sich durch eine, wie es Reclams Klaviermusik-Führer beschreibt, „wirbelnde Fülle kontrastierender Gestalten und Stimmungen“ aus. Gleichwohl ist dieser Satz mit sehr sparsamen Mitteln konzipiert. Beide Hauptthemen sind aus sehr ähnlichem Material komponiert. Der stürmische Charakter des Satzes, der eigentlich bereits in der Exposition etabliert zu sein scheint, wird in der Durchführung noch weiter getrieben, indem Beethoven sofort die eigentliche Tonart verlässt und nach B-Dur ausbricht. Es wirkt, als hätte sich Beethoven in großer Hast lediglich die Zeit genommen, den Kopf des ersten Hauptthemas mitzunehmen, denn nur der wird in der Durchführung eine Rolle spielen. Das restliche thematische Material taucht erst in der Reprise wieder auf. Über den zweiten Satz „Largo e mesto“ ist es schwer zu schreiben, so eindeutig ist er in seiner musikalischen Komposition. Wie die Vortragsbezeichnung „mesto“ (ital. „traurig“) bereits mitteilt, gilt dieser Satz als einer der finstersten und tragischsten Sätze in Beethovens Klaviermusik. Er habe den Seelenzustand eines Melancholikers schildern wollen, hat Beethoven einmal seinem Schüler Schindler erklärt. Die Schlichtheit und Einfachheit des dritten Satzes, dem Menuett, scheint die tiefe Trauer, von der vorher die Rede war, zu trösten und zu transformieren. Das führt uns direkt in den Finalsatz „Rondo“, der im Gegensatz zum tragischen Zentrum des Werkes äußerst fröhlich und und voller Esprit und Einfallsreichtum diese herrliche Klaviersonate zu Ende führt.

Franck-Thomas Link


Die Variations sérieuses op. 54 gelten als das bedeutendste Werk für Klavier solo aus Felix Mendelssohn Bartholdys Feder. Das Thema steht im Andante sostenuto und ist wie ein klassischer Streichquartettsatz gebaut. In seufzenden Synkopen und Vorhalten wird der schmerzliche Charakter, der im Verlauf des groß angelegten Stücks trotz verschiedenster Veränderungen weitgehend erhalten bleibt, heraufbeschworen. Über den Titel wurde oft in der Fachwelt diskutiert, wobe unentschieden blieb, ob sich das „sérieux“ (frz. = ernst) auf den Charakter der Musik bezieht oder ob es sich um die Variationstechnik an sich handelt. Denn seit Beethoven hatte die Variationstechnik am Bedeutung gewonnen. Abgesehen von wenigen höchst prominenten Variationswerken, wie z.B. Bachs Goldberg-Variationen, galt bis Beethoven die Variationstechnik als eine eher spielerische Möglichkeit, ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Beethoven hattte sich von dieser „losen Folge“ verabschiedet und seine großen Variationswerke zu fast durchgehenden dramaturgisch aufgebauten Gesamtsätzen gemacht. Das bedeutete auch, dass sich nun eine Variation oft aus der Struktur der vorangegangenen ergab, entweder durch weitere Durchführung oder eine starke Kontrastierung. So wurde für die Variationsform gewissermaßen revolutioniert und war nicht länger eine Spielerei, an der sich Komponisten üben konnten wie etwa Instrumentalisten an Etüden. Man kann also vermuten, dass Mendelssohn seinem Werk auch diesen Titel gegeben hat, um darin schon seine kompositionstechnische Absicht zu erklären, die zweifellos von Beethoven, insbesondere von dessen 32 Variationen in c-moll WoO 80, inspiriert war. Aufgrund der technischen Anforderungen an den Pianisten werden die Variations sérieuses oft bei internationalen Klavierwettbewerben als Pflichtstück ausgewählt. Sie sind gewissermaßen ein Katalog aller Klaviertechniken, die bis zur Entstehungszeit des Werkes existierten.

ftl


Modest P. Mussorgski (1839-1881) wurde hauptsächlich durch seine Oper „Boris Godunow“ bekannt. Er war Offizier und Beamter. Das Komponieren betrieb er, ohne auf die musikalischen Regeln der Zeit zu achten. Er machte daher sozusagen schon Zukunftsmusik, während die Kollegen ihn eher als Dilettanten betrachteten. Nachhaltigen Eindruck hinterließ er aber mit einem genialen Klavierwerk. Als im Jahre 1873 sein bester Freund Victor Hartmann verstarb, ein Architekt und Maler, widmete Mussorgski ihm eine Komposition, die er „Bilder einer Ausstellung“ nannte. Die Anregung dafür gab ihm eine Ausstellung mit Bildern des verstorbenen Freundes. Die Eindrücke, die er beim Betrachten der Bilder hatte, setzte er um in eine Reihe von Musikstücken mit sehr unterschiedlichem Charakter. Es entstanden für zehn Bilder zehn Sätze, die den Bildinhalt lautmalerisch umsetzen. Diese Teile werden verbunden durch den musikalischen Gang von Bild zu Bild, der „Promenade“. Ravel bearbeitete den Zyklus für Orchester, was wesentlich zu seiner weiten Verbreitung beitrug.

Franck-Thomas Link


Modest P. Mussorgski (1839-1881) wurde hauptsächlich durch seine Oper „Boris Godunow“ bekannt. Er war Offizier und Beamter. Das Komponieren betrieb er, ohne auf die musikalischen Regeln der Zeit zu achten. Er machte daher sozusagen schon Zukunftsmusik, während die Kollegen ihn eher als Dilettanten betrachteten. Nachhaltigen Eindruck hinterließ er aber mit einem genialen Klavierwerk. Als im Jahre 1873 sein bester Freund Victor Hartmann verstarb, ein Architekt und Maler, widmete Mussorgski ihm eine Komposition, die er „Bilder einer Ausstellung“ nannte. Die Anregung dafür gab ihm eine Ausstellung mit Bildern des verstorbenen Freundes. Die Eindrücke, die er beim Betrachten der Bilder hatte, setzte er um in eine Reihe von Musikstücken mit sehr unterschiedlichem Charakter. Es entstanden für zehn Bilder zehn Sätze, die den Bildinhalt lautmalerisch umsetzen. Diese Teile werden verbunden durch den musikalischen Gang von Bild zu Bild, der „Promenade“. Ravel bearbeitete den Zyklus für Orchester, was wesentlich zu seiner weiten Verbreitung beitrug.

Franck-Thomas Link