Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Lunchkonzert in der Laeiszhalle

Lieder von Brahms, Mahler, Berg und de Falla

Brahmsfoyer, Laeiszhalle Hamburg

Als »kongenial« beschreibt die Presse das Liedduo Papila - Link. In der Laeiszhalle servieren die beiden spätromantische Preziosen, die ein echter Liedliebhaber keinesfalls verpassen sollte.



Brahmsfoyer der Musikhalle Hamburg, Gastronomie ab 11.30 Uhr


Manuel de Falla,
Siete Canciones populares Espanolas

El Pano Moruno
Seguidilla Murciana
Asturiana
Jota
Nana
Canción
Polo

Alban Berg,
Vier Lieder für eine Singstimme mit Klavier op. 2

Nr. 1 Schlafen, schlafen, nichts als schlafen (Friedrich Hebbel, aus: "Dem Schmerz sein Recht")
Nr. 2 Schlafend trägt man mich in mein Heimatland (Alfred Mombert, aus: "Der Glühende")
Nr. 3 Nun ich der Riesen Stärksten überwand (Alfred Mombert, aus: "Der Glühende")
Nr. 4 Warm die Lüfte (Alfred Mombert, aus: "Der Glühende)

Hugo Wolf,
Lieder der Mignon

Mignon I. (Heiß’ mich nicht reden)
Mignon II. (Nur wer die Sehnsucht kennt)
Mignon III. ( So laßt mich scheinen, bis ich werde)
Mignon (Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn)


Die vor Ort erforschte Folklore - die Studien Felipe Pedrells und ausgezeichnete Liedersammlungen - bilden die Gundlage für die „Siete canciones populares espanolas“ von Manuel de Falla. Dieser verbindet die Volksmusik mit neuen Elementen und wählt dabei Themen aus den Gegenden Murcia, Asturien, Aragonien und vor allem aus Andalusien mit deren typischen Melodik, Rhythmik und Harmonik. Diese Lieder bilden eines der schönsten Beispiele einer nationalen Musik hispanischer Herkunft.

Jale Papila


Alban Bergs Lieder scheinen in ihrer gedrängten Kürze von der Idee der aphoristischen Musik beeinflusst zu sein, der Schönberg und Webern sich damals annäherten. Drei Lieder sind tonal konzipiert, das vierte bewegt sich in freier Atonalität. In den vier Liedern vollzieht sich die Auseinandersetzung mit dem revolutionären Phänomen der Quartenharmonik, welche den Komponisten folgerichtig aus der Tonalität hinaustreibt. Den ersten drei Liedern ist das Thema "Schlaf" gemeinsam. Auf Ausdruckskraft und musikalische Phantasie hin betrachtet steht das vierte Lied am höchsten. Momberts poetische Prosa findet in der frei flutenden, aus allen traditionellen Formenschemata gelösten Musik ihre volle Entsprechung. Die ausdrucksgeladene, dramatisch gesteigerte Diktion der Singstimme kündigt den "Wozzek"-Komponisten an. Im Klavierpart singt die Nachtigall, kalte, klare Diskantquinten malen den glitzernden Schnee. Das Bild des Mädchens, das vergeblich den Geliebten erwartet, wird zur Opernszene.

Jale Papila


Wolfs Mignon-Lieder stammen aus Goethes "Wilhelm Meister" und gehören zu der Meistergruppe seiner Goethe-Vertonungen. Sie stellen eher eine psychologische Studie als eine Beschwörung poetischer Gedichte dar. Bedrückende Bilder von aufkeimendem Wahnsinn gekoppelt mit einer extrovertierten Sehnsucht charakterisieren die Gestalt der Mignon.

Wolf steht hier auf dem Gipfel seines kompositorischen Ausdrucksvermögens. Seine Mignon-Schöpfung steht in einem reizvollen Kontrast zur zarteren und jüngeren Anlage der Kompositionen Schuberts, Schumanns und Beethovens und treffen eher den Ton des Nervenzeitalters des 20. Jahrhunderts.

Jale Papila


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