Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Lunchkonzert in der Laeiszhalle

Werke von Beethoven und Badings

Norddeutsches Oboentrio Hamburg:
Christian Specht, Oboe
Arne Grützmacher, Oboe
Volker Kraus, Englischhorn


Laeiszhalle | Musikhalle Hamburg, Brahmsfoyer, Gastronomie ab 11.30 Uhr


Henk Badings,
Trio Nr. 4

Allegro Giacoso
Canto amoroso
Rondino/Scherzino

Ludwig van Beethoven,
Trio C-Dur op. 87

Allegro
Adagio
Menuett
Finale Presto


Der holländische Komponist Henk Badings (1907-1987) zählt neben Willem Pijper zu den Wegbereitern der modernen niederländischen Musik.
Mit dem heute gespielten Trio Nr. 4 für zwei Oboen und Englisch Horn sowie mit zahlreichen weiteren Kompositionen für jegliche kammermusikalische Besetzungen, schuf Badings musikantisch inspirierte Werke, die sich durch einen linearen objektiv wirkenden Stil auszeichnen.
Bekannt wurde der Komponist darüber hinaus durch seine radiophone Oper „Orestes“, die im Bereich der Avantgarde maßgeblich zur Entwicklung der elektronischen Musik beitrug.

Henning Albrecht


„Unter welchen Verhältnissen und zu welcher Zeit nun auch dieses Werkchen geschrieben seyn mag, so finden wird doch, dass es keinen geringen Werth hat; es ist ein mit leichter, aber geschickter, fertiger Hand hingeworfenes heiteres Gemälde, das zwar keine grossen Ansprüche befriedigt […]; das keine kühnen, erhabenen Gedanken enthält, aber angenehme, und […] das ein anziehendes Ganzes ausmacht.“ Dieser Auszug einer, aus dem Jahre 1808 stammenden Besprechung eines anonymen Rezensenten in der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung verdeutlicht anschaulich die problematische Position des Werks zwischen gesellschaftsmusikalischem Gestus und kammermusikalischem Anspruch.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) schrieb das Bläsertrio in C-Dur, wahrscheinlich durch ein Konzert der Wiener Tonkünstler-Sozietät angeregt, um die Mitte der 1790er Jahre. Veröffentlicht wurde die Komposition als „Grand Trio“ erst im Jahre 1806. Ob Beethoven dieses noch als >Jugendwerk< klassifizierbare Trio nun als Experiment für die Gattung der Bläserkammermusik, als Gelegenheitskomposition oder als Ausdruck des besonderen klanglichen Charakters ansah, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Zweifelhaft ist ebenfalls die von Beethoven ursprünglich intendierte Besetzung, zeigt sich das Opus doch nicht so sehr vom musikalischen Ideal der Bläsermusik des späten 18. Jahrhunderts geprägt. Viele Anzeichen deuten vielmehr auf einen hohen Anspruch hin, der in direkter Verbindung mit kammermusikalischen Gattungen wie dem Streichquartett steht, so dass eine gleichzeitige Veröffentlichung als Streichtrio in der Fassung für zwei Violinen und Viola nicht sonderlich verwundert.
Trotz aller Zweifel hinsichtlich Entstehung, Besetzung und Stellung des Werks besticht das viersätzige Bläsertrio durch einen serenadenhaft beschwingten und spielfreudigen Charakter sowie eine außerordentlich homogene Klangfarbe.

Henning Albrecht


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