Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Lunchkonzert in der Handelskammer Hamburg

F. Poulenc, Sonate für Flöte und Klavier


Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, U Bahn Rathaus


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André Jolivet,
Ascèses pour clarinette (1967)

Pour que demeure le secret / nous tairons jusqu'au silence
Dass da Geheimnis verweile / werden wir schweigen bis zur Stille
(Max-Pol Fouchet)

Tu surgis de l'absence
Du erscheinst aus der Abwesenheit
(Max-Pol Fouchet)

Matière, triple abîme des étoiles, / des atomes et des generations
Materie, dreifacher Abgrund der Sterne / der Atome und der Generationen
(Pierre Theilhard de Chardin)

Francis Poulenc,
Sonate für Flöte und Klavier (1957)

Allegro malincolico
Cantilena
Presto giocoso


Die "Ascèses" für Altflöte von André Jolivet entstanden im Jahre 1967. Jolivet gehörte wie auch Olivier Messiaen der Komponistengruppe "La Jeune France" an und hat sehr großen Einfluss auf die französische Musik des 20. Jahrhunderts genommen. Ähnlich wie Messiaen, dessen Schaffen von seiner tiefreligiösen Überzeugung kaum zu trennen ist, lag Jolivets Inspirationsquelle in seiner Spiritualität. Er hatte erklärtermaßen das Bedürfnis, einen "totalen Animismus", den Glauben an die Beseeltheit der Natur und ihrer Kräfte, auszudrücken. Seine Musik lässt sich verstehen als ritueller Vorgang, der eine Verbindung von Geist und Materie, von Magie und Alltag heraufbeschwört.


Der erste Satz verarbeitet in einer freien, dreiteiligen Form ein melancholisches Hauptthema und ein heiter aufspringendes Gegenthema. Der sangliche zweite Satz (Tempovorgabe Assez lent) erinnert an die der Opernfigur Constance zugedachte Musik im kurz zuvor entstandenen „Dialogues des Carmélites“. Ein vorwiegend heiter-virtuoser Satz, in den gegen Ende Subito piu lento eine Reminiszenz an den melancholischen ersten Satz eingeblendet wird, beschließt die Sonate wirkungsvoll. Die amerikanische Erstaufführung erlebte die Flötensonate Poulencs im Coolidge Auditorium der Library of Congress in Washington, D.C. am 14. Februar 1958 mit Jean-Pierre Rampal und dem Pianisten Robert Veyron-Lacroix, und wurde ein großer Erfolg. In der Folge avancierte Poulencs Flötensonate zu einem der beliebtesten Werke des Komponisten und zugleich zum Bestandteil des flötistischen Standardrepertoires.


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