Hamburger Kammerkunstverein

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Licht und Dunkel

Feierabendkonzert im Oberhafen

Das Leben kann ungerecht und grausam sein. Die Musik von Beethoven und Smetana beschönigt das nicht. Wie klingt es, wenn man sich ehrlich mit Enttäuschung und Trauer auseinandersetzt? Beiden Komponisten gelingt das Kunststück, Unsagbares auf großartige Weise in Töne zu fassen.

Bar und Abendkasse 17 h, Konzert 18 h, Lounge 19 h

Mehr zur Reihe: Feierabendkonzert im Oberhafen



Vorverkauf 12 € / Abendkasse 17 € / Kammerkunstmitglieder frei


Halle 424, Stockmeyerstraße 43, Tor 24, 20457 Hamburg


Halle 424


Ludwig van Beethoven,
Klaviertrio c-moll op. 1 Nr. 3

Allegro con brio
Andante cantabile con Variazioni
Menuetto. Quasi allegro
Finale. Prestissimo

Friedrich Smetana,
Klaviertrio g-moll op. 15

Moderato assai
Allegro, ma non agitato – Alternativo I. Andante – Alternativo II. Maestoso
Finale. Presto


Von den drei Trios, mit denen Beethoven seine offizielle Werkliste beginnen ließ, ist das dritte das zweifellos das am meisten gespielte. Während die beiden anderen Trios seines Opus 1 der musikalischen Naturpoesie Haydns mit ihrem organischen Ablauf gar nicht ferne stehen, ist dieses abschließende – und nach Beethovens Intention auch krönende – Trio Nr. 3 aus dem Jahre 1793 wesentlich artistischer. Man könnte von einer „Virtuosität der Empfindung“ sprechen. Während man in den ersten beiden Trios zwei großen Menschen begegnet, meint man hier, einem grandiosen Schauspieler zuzuhören, der scheinbar mühelos eine ganze Reihe großer Persönlichkeiten zu mimen versteht. Wenn man die Heterogenität und Spannweite der hier verarbeiteten Ideen und Klangbilder erkennt, muss man die Kühnheit, mit der Beethoven sie zu einem zwingenden Ganzen zu bündeln versteht, umso mehr bestaunen. Wie hoch Beethoven selbst dieses Trio schätzte, lässt sich daran ersehen, dass er noch im August 1817 eine Bearbeitung des Werkes für Streichquintett vornahm und diese zwei Jahre später als op. 104 veröffentlichen ließ.


Der große Tragiker unter den böhmischen Komponisten des 19. Jahrhunderts war Bedrich bzw. Friedrich Smetana. Die Tragödie seines Lebens – die durch eine Syphillis-Infektion hervorgerufene Taubheit – hat er zum Thema seiner beiden Streichquartette gemacht, und auch sein drittes Kammermusikwerk, das Klaviertrio, steht in autobiographischem Zusammenhang. Als trauernder Vater trug Smetana im Herbst 1855 seine Tochter Bedriska (Friederike) zu Grabe. Es war das zweite von drei Kindern, die innerhalb von zwei Jahren starben, und das am meisten Geliebte. Das Klaviertrio g-moll op. 15 ist ihr gewidmet.



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