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Ein genialer Streich

Feierabendkonzert im Oberhafen

Franck-Thomas Link und Ralf-Andreas Stürzinger, 2018

Ludwig van Beethoven, Sonaten für Klavier und Violoncello C-Dur op. 102 Nr. 1 und A-Dur op. 69

Zwei meisterhafte Cellosonaten Ludwig van Beethovens stehen auf dem Programm des Feierabendkonzertes im Oberhafen im September 2018. Die Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 3 A-Dur op. 69 steht für die mittere Schaffensperiode Beethovens, als Beethoven ein Star war und als Klaviersolist und Dirigent glänzte. Größer könnte der Kontrast im Lebensgefühl eines Menschen kaum sein als zu dem seiner späten Jahre, in denen die Sonate op. 102 Nr. 1 C-Dur entstand. Beethoven war taub, aus der Öffentlichkeit gefallen und sagte über sich: „Wie ein Verbannter muss ich leben“.

Bar und Abendkasse 17 h, Konzert 18 h, Lounge 19 h

Mehr zur Reihe: Feierabendkonzert im Oberhafen



Vorverkauf 10 € / Abendkasse 15 € / Kammerkunstmitglieder frei


Halle 424, Stockmeyerstraße 43, Tor 24, 20457 Hamburg


Halle 424


Ludwig van Beethoven,
Sonate op. 102 Nr. 1 C-Dur für Violoncello und Klavier

Andante
Allegro vivace
Adagio
Allegro vivace

Ludwig van Beethoven,
Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 3 A-Dur op. 69

Allegro ma non tanto
Scherzo: Allegro molto
Adagio cantabile
Allegro vivace


Beethovens Werk wird in der Musikwissenschaft zurecht in die drei Epochen Früh-Mittel-Spät eingeteilt. Allerdings lohnt es sich, die teils subtilen, teils qualvollen Übergänge von einer Lebensphase zur nächsten in Beethovens Leben musikalisch wahrzunehmen. Die C-Dur Sonate op. 102 Nr. 1 für Cello und Klavier entstand in den Jahren 1814-15. D. h. mehr als 12 Jahre, nachdem Beethoven sein Heiligenstädter Testament geschrieben hatte. Der zentrale Satz dieses Testamentes, das weniger eine Verfügung über seinen finanziellen Nachlass als viel mehr ein Hilferuf des taub gewordenen und vereinsamten Musikers und Weltstars darstellt, war: „Wie ein Verbannter muß ich leben.“

Die Sonate ist eine der drei großen Werke der Eintrittsphase Beethovens in seine späte Schaffensperiode. Wichtige 'Nachbarwerke' sind zuvor die Klaviersonate op. 101, die bereits ein erstes Zeugnis für den späten Beethoven ist, der sich eigentlich nie ohne Trauer mit seiner Taubheit abfinden konnte, aber doch einen neuen Weg in dieser Innerlichkeit, in die er „verbannt“ war, gefunden hatte.

Das andere große Nachbarwerk zur C-Dur Cellosonate ist die Hammerklaviersonate op. 106. Die Klaviere wurden besser und Beethoven hat darauf gespielt. Wir wissen zwar nicht, ob er die neuen Klaviere überhaupt noch wirklich hören konnte. Aber er hat sich als Komponist darauf eingelassen! In der Hammerklaviersonate geht Beethoven rein klaviertechnisch noch einmal aufs Ganze. Hier wird kein musikalischer Gedanke zugunsten des Instrumentalisten ausgelassen... Es entsand eine neue Art von Virtuosität, die das gesamte Spätwerk Beethovens beinflussen sollte. Die C-Dur Sonate befindet sich in dieser Übergangsphase Beethovens genau zwischen diesen beiden berühmten Werken.

Interessant finde ich, dass Beethoven gleichzeitig sehr viel Kammermusik, hauptsächlich für Bläser, geschrieben hat. Das ist für mich ein weiteres Zeugnis seiner „In-sich-Kehr“. Auch op. 104, die Bearbeitung für Streichquintett des sehr frühen c-moll Klaviertrios op. 1. Nr. 3, das wir kürzlich im Original im Kammerkunstverein gespielt haben, kommt mir vor wie ein letzter Blick auf die Jugend, bevor Beethoven seine letzte Schaffensphase beginnen konnte: Ein Leben in der Verbannung, reich, einsam und verlassen.

Franck-Thomas Link


Große Sonaten für Violoncello und Klavier waren zu Beethovens Zeit ein Novum. Zwar hatte sich die klassische Violinsonate bereits bei Mozart und Haydn etabliert, aber die anderen Streichinstrumente waren von dieser Entwicklung nahezu unberührt geblieben. Beethoven schrieb fünf Cellosonaten, die A-Dur Sonate steht an dritter, also zentraler Stelle. Obwohl Beethoven in dieser Gattung Neuland betrat, sind alle fünf Sonaten Meisterwerke. Die A-Dur Sonate entstand 1808, also in der Schaffensphase, in der Beethoven außerordentlich erfolgreich war und das Wiener Konzertleben absolut bestimmte. Der Sonate vorangegangen waren die 5. (Schicksalssymphonie) und die 6. (Pastorale) Symphonie, und nach ihr entstand sehr bald die Oper „Fidelio“. Beethoven war ein Star und ständig selbst auf der Bühne als Pianist oder Dirigent präsent. Die A-Dur Sonate war direkt für den Konzertsaal geschrieben und ist weniger ein Experiment wie die beiden frühen Sonaten, oder eine philosophische Aussage wie die beiden späten Sonaten, die entstanden, als Beethoven bereits im Zustand der Taubheit und Vereinsamung lebte.

Franck-Thomas Link



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