Hamburger Kammerkunstverein

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Feierabendkonzert im Oberhafen

Ludwig van Beethovens Cello-Sonate g-moll op. 5 Nr 2 zeigt einerseits die stürmische Verve eines jungen Künstlers, andererseits kann man bereits die ätherischen Sphären erahnen, in die uns Beethoven in seinem Spätwerk führen wird. Umgekehrt verhält es sich mit der Sonate von Claude Debussy, die kurz vor seinem Tod entstand. Es ist ein Abschiedswerk, das er der Jugend gewidmet hat.

Gastronomie und Abendkasse 17 h, Konzert 18 h, Lounge 19 h

Mehr zur Reihe: Feierabendkonzert im Oberhafen



Vorverkauf 9 € / Abendkasse 12 € / Kammerkunstmitglieder frei


Halle 424, Stockmeyerstraße 43, Tor 24, 20457 Hamburg


Ludwig van Beethoven,
Sonate g-moll op. 5 Nr. 2 für Violoncello und Klavier

Adagio sostenuto ed espressivo
Allegro molto piu tosto presto
Rondo: Allegro

Claude Debussy,
Sonate für Violoncello und Klavier

Prologue
Sérénade et Finale


Die Sonate g-moll op. 5 Nr. 2 für Violoncello und Klavier von Ludwig van Beethoven stellt das dunklere Gegenstück zu ihrer Schwestersonate op. 5 Nr. 1 F-Dur dar. Ihr eigen ist eine besondere, möglicherweise an Boccherini orientierte formale Anlage eigen: Zum ersten Allegro führt eine weitgespannte Adagio-Einleitung, die den langsamen Mittelsatz entbehrlich macht oder quasi vorwegnimmt und die einen ätherischen, fantasieartigen Charakter hat. Der erste „echte“ Sonatensatz (fast Presto) entwickelt seine beiden Hauptthemen für Beethoven recht typisch aus dem Material der Tonleiter. Dagegen führt das Rondo-Finale zurück in eine heitere, melodisch verspielte Tagwelt, so als habe es die Schatten des Vorangegangenen gar nicht gegeben.


Claude Debussy (1862 – 1918) begann 1915 nach einer langen Schaffenspause, die einerseits durch seine Krebserkrankung und andererseits durch die allgemeine Depression, die von dem ein Jahr zuvor ausgebrochenen Weltkrieg ausgelöst worden war, wieder zu komponieren. „Ich habe die Fähigkeit wiedererlangt, musikalisch zu denken, was mir ein ganzes Jahr nicht gelungen war. Es ist sicher nicht zwingend notwendig, dass ich Musik schreibe, ich gestehe bescheiden mein Leiden an diesem latenten Sterben ein. Nun aber habe ich geschrieben wie eine Besessener, oder wie einer, der am nächsten Tag sterben muss“, schrieb er an seinen Freund Robert Godet am 14. Oktober 1915.

Debussys Plan, sechs kammermusikalische Sonaten in verschiedenen Besetzungen zu schreiben, überrascht ein wenig. Man kann diesen Plan als den Wunsch nach einer Retrospektive begreifen. Möglich ist aber auch, dass er sich für diese fast archaische Form entschied, da durch den Krieg die Orchester nicht arbeiteten und das Konzertleben eingestellt war. Kammermusik war eher praktikabel als große Orchesterwerke. Von sechs geplanten Sonaten konnte Debussy leider nur drei fertigstellen. Die erste war die Sonate für Violoncello und Klavier, die zweite Sonate für Flöte, Viola und Harfe entstand ebenfalls 1915. Zwei Jahre später komponierte Debussy noch die Sonate für Violine und Klavier. Debussy schrieb über die Cellosonate im August 1915 an seinen Verleger Durand: „Ich denke dabei an die französische Jugend, die von jenen Händlern sogenannter Kultur stupide niedergemäht wird. Wir haben für immer das an Ruhm verloren, womit sie unser kulturelles Erbe hätte bereichern sollen. Was ich schreibe, ist eine heimliche Hommage an sie, denn wozu wäre eine Widmung gut? Es steht mir zwar nicht zu, über die Güte der Sonate zu urteilen, aber ich mag ihre – im besten Sinne des Wortes – nahezu klassische Proportion und Form.“

Franck-Thomas Link



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